Nokia Money: Prepaid Handy statt Girokonto
8. September 2009 • Kategorie: Mobilfunk
Nokia N97 miniRund eine Milliarde Menschen weltweit sollen über ein klassisches Girokonto verfügen, alleine 1,1 Milliarden Menschen nutzen aber bereits ein Nokia Handy. Dies und dass es insgesamt über vier Milliarden Handynutzer gibt zeigt bereits, wie verbreitet das Mobiltelefon heute ist. Besonders in der dritten Welt, in der nie ein flächendeckendes Festnetz errichtet wurde, ist das Handy heute der Begleiter vieler Menschen. Mit Nokia Money will der skandinavische Hersteller diesen Menschen nun das Bezahlen erleichtern und damit einen ganz neuen Markt schaffen.
Nokia Money ist dabei vergleichbar mit dem Online-Bezahldienst PayPal, bei dem nach einer Registrierung und einer Aufladung des Kontos mittels Email Geld überwiesen werden kann. Da die anvisierte Zielgruppe von Nokia Money jedoch über kein Girokonto verfügt, wollen Nokia und das ebenfalls an diesem Projekt beteiligte Technologieunternehmen obopay weltweit Akzeptanzstellen aufbauen, an denen die Registrierung und die Aufladung des Prepaid-Kontos erfolgen sollen.
Befindet sich Guthaben auf dem Prepaid-Konto, so erfolgt die Zahlung einfach per verschlüsselter SMS an einen Nokia-Money-Server und einem selbst festzulegenden Passwort. Auf diese Weise sollen Geldtransfers sowohl an Händler als auch Privatpersonen möglich sein. Ist der Empfänger der Zahlung nicht bei Nokia Money registriert, so soll dieser eine Benachrichtigung per SMS erhalten, mit der Möglichkeit sich zu registrieren und die Zahlung zu empfangen. Geschieht dies nicht binnen weniger Tag, wird die Zahlung einfach storniert und der Sender erhält sein Geld zurück. Auch diese Vorgehensweise erinnert stark an PayPal.
Nokia Money soll über ein kleines Java-Programm auf dem Mobiltelefon ermöglicht werden und nicht nur auf Nokia Handys, sondern auch auf allen anderen Java-fähigen Geräten funktionieren. In ausgewählten Ländern Asiens und Afrikas soll Nokia Money bereits Anfang 2010 starten und dann weiter ausgebaut werden. Der flächendeckende und aufwendige Aufbau der dafür nötigen Akzeptanzstellen, an denen dann Zahlungen auch ohne Handy möglich sein sollen, wird eine großflächige Verbreitung aber sicher noch um Jahre hinauszögern.
Nokia Money soll allerdings nicht nur in Schwellen- und Entwicklungsländern eingeführt werden, sondern auch in Industrieländern das Bezahlen einfacher machen. So soll es zum Beispiel möglich sein per Nokia Money Kino- oder Fahrkarten zu bezahlen.
Autor: Alexander Bertram
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